Salzzitronen selber machen: Zitronen einlegen und fermentieren
Kategorie: Fermentieren
Fermentierte Zitronen finden Sie von der nahöstlichen Küche, etwa in den Tajines Marokkos, bis in die indische Küche. Im deutschen Sprachraum kennt man sie meist als Salzzitronen. Verwenden Sie sie überall dort, wo sonst Zitrone oder Zitronenschale zum Einsatz kommt. Die Schale wird weich, die bittere Note verschwindet, und übrig bleibt ein tiefer, salziger Zitrusgeschmack, den Sie mit einer frischen Zitrone nie hinbekommen.
Man nennt sie zwar oft fermentierte Zitronen, ob das wirklich Fermentation ist, lässt sich allerdings bezweifeln. Bei der klassischen Methode kommt so viel Salz dazu, dass es allen Mikroben schwerfällt, auch den Milchsäurebakterien, die durchaus einiges an Salz vertragen. Das ist also eher Salzreifung als die lebhafte Milchsäuregärung, die Sie von Sauerkraut kennen. Wollen Sie mehr Fermentation und weniger Salz, geht das ebenfalls, dazu weiter unten mehr. Dass die Zitronen sich verändern und erstaunlich gut werden, steht in beiden Fällen außer Frage.
Rezept für eingelegte Salzzitronen
Das ist die Basis. Sie brauchen eigentlich nur zwei Dinge: Zitronen und Salz. Gewürze sind optional, machen die Sache aber interessanter.
Sie brauchen (für ein Glas von etwa 750 ml):
- 6 unbehandelte Zitronen (plus 2 bis 4 weitere zum Auspressen)
- grobes Meersalz (am besten ohne Jod und Rieselhilfe, aber es ist kein Drama, wenn beides enthalten ist)
- optional: eine Zimtstange, ein paar Lorbeerblätter, etwas schwarzer Pfeffer oder Koriandersamen
- ein sauberes Glas mit Deckel (kein Metalldeckel, Salz und Säure greifen ihn an)
So geht es:
- Waschen Sie die Zitronen gründlich. Schneiden Sie die Enden ab, stellen Sie die Zitrone aufrecht und schneiden Sie sie kreuzweise in Viertel, aber nicht ganz durch: unten bleiben sie zusammen, sodass sie sich wie eine Blüte öffnen.
- Reiben Sie reichlich Salz in die Einschnitte. Seien Sie großzügig, das Salz ist es, was die Zitronen anschließend für die Ewigkeit haltbar macht.
- Pressen Sie die übrigen Zitronen aus.
- Nehmen Sie das Glas. Geben Sie unten eine Schicht Salz hinein, drücken Sie eine gesalzene Zitrone darauf, streuen Sie wieder Salz darüber und wiederholen Sie das, bis das Glas voll ist. Drücken Sie die Zitronen kräftig an, damit sie ihren Saft abgeben.
- Geben Sie bei Bedarf die Gewürze dazu und gießen Sie so viel frischen Zitronensaft auf, bis die Zitronen vollständig bedeckt sind. Nichts darf aus der Flüssigkeit herausragen.
- Verschließen Sie das Glas und stellen Sie es bei Zimmertemperatur weg. Schütteln Sie es in den ersten Tagen ab und zu, damit sich das Salz verteilt.
Nach etwa einem Monat sind sie fertig: die Schale ist weich, die Bitterkeit ist verschwunden. Bewahren Sie das Glas danach kühl auf. Gut unter der Lake hält es sich mindestens ein halbes Jahr, oft deutlich länger.
Zum Verwenden spülen Sie die Zitrone kurz ab, kratzen das Fruchtfleisch heraus und nehmen vor allem die Schale. Fein geschnitten in eine Tajine, ein Dressing, eine Mayonnaise oder über geröstetes Gemüse: ein wenig davon reicht weit.


Rezept für fermentierte Zitronen
Die klassische Methode oben setzt auf viel Salz und ist damit eher Konservieren als Fermentieren. Wenn Sie die Milchsäurebakterien wirklich arbeiten lassen wollen, senken Sie den Salzgehalt. Rechnen Sie mit etwa 2 bis 4 Prozent Salz, bezogen auf das Gewicht von Zitronen und Saft zusammen. Bei dieser Konzentration bleiben die Bakterien aktiv und es kommt eine echte Fermentation in Gang.
Den Unterschied schmecken Sie. Diese Zitronen sind schneller essbar und schmecken kräftiger, mit dieser leicht säuerlichen, lebendigen Note, die Sie von Sauerkraut oder Kimchi kennen. Dafür halten sie sich kürzer als die stark gesalzene Variante: weniger Salz bedeutet weniger Schutz. Lassen Sie sie mindestens zwei Wochen bei Zimmertemperatur fermentieren, halten Sie sie danach gut unter der Lake und bewahren Sie sie kühl auf.
Zutaten
- 5 unbehandelte Zitronen
- 3 Zitronen (für den Saft)
- 1 Zimtstange
- 2 g Koriandersamen
- 2 % Meer- oder Steinsalz, berechnet auf das Gesamtgewicht von Saft und Zitronen
Zubereitung
- Waschen Sie die unbehandelten Zitronen und halbieren Sie sie.
- Pressen Sie die 3 übrigen Zitronen aus und lösen Sie das Salz im Zitronensaft auf.
- Geben Sie alle Zutaten in ein Glas und drücken Sie sie gut an. Achten Sie darauf, dass die Zitronen bedeckt bleiben.
- Fermentieren Sie sie beschwert, etwas unterhalb der Zimmertemperatur, mindestens 4 Wochen lang. Länger ist auch möglich.
- Stellen Sie das Glas in den Kühlschrank, um die Fermentation zu stoppen.
Tipps und Varianten
- Eine Variante dieses Rezepts haben wir einmal mit Kumquats gemacht, gewürzt mit Kreuzkümmel, Pfeffer und Koriandersamen. Großartig.
- Ebenfalls sehr gut: eine indische Variante mit Limetten und Senfsaat, Garam Masala, Curryblatt, Kurkuma und einer winzigen Prise Asafoetida (Teufelsdreck).
Unbehandelte Zitronen? Achten Sie auf die Schale

Da Sie vor allem die Schale verwenden, kommt es auf deren Qualität an. Über Zitrusfrüchte liest man gelegentlich, man müsse sie abschrubben, um die Wachsschicht zu entfernen. Diese Schicht besteht vermutlich aus Schellack, dem Ausscheidungsprodukt einer kleinen Schildlaus. Schönes Zeug übrigens, damit polieren Sie Ihr eichenes Beistelltischchen bestens auf. Unter der Bezeichnung E904 wird es in der Lebensmittelindustrie viel verwendet, um Pralinen glänzen zu lassen oder Zitrusfrüchte vor dem Austrocknen zu bewahren. Die WHO stuft es als unbedenklich ein, ein bisschen davon in Ihrem Kuchen oder Einlegeglas ist also kein Drama.
Der bessere Grund, die Zitronenschale kritisch zu betrachten, sind die Pflanzenschutzmittel, die gegen Schimmel aufgesprüht werden. Vor allem Imazalil ist unangenehmes Zeug, und wo es eingesetzt wurde, rät man davon ab, die Schale zu essen. Waschen oder Schrubben hilft nur bedingt: die Schale von Zitrusfrüchten ist unregelmäßig und damit schwer sauber zu bekommen, und viele dieser Mittel lösen sich schlecht in Wasser. Suchen Sie also nach unbehandelten Früchten oder nach Zitronen, bei denen ausdrücklich steht, dass die Schale verwendbar ist.
Häufige Fehler
Salzzitronen anzusetzen ist einfach, aber ein paar Dinge gehen regelmäßig schief. Die Zitronen nicht vollständig unter der Lake zu halten ist der wichtigste Fehler: alles, was aus der Flüssigkeit herausragt, kann schimmeln. Zu wenig Salz bei der trockenen Methode birgt dasselbe Risiko. Außerdem halten viele eine weiße, trübe Schicht für Verderb, dabei sind das meist harmlose Hefen, die Sie einfach abschöpfen können. Echter, flaumiger Schimmel ist dagegen ein Grund, das Glas wegzuwerfen.
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Über den Autor (Meneer Wateetons)
Meneer Wateetons ist ein niederländischer Kochbuchautor, Dozent, Fermentationsspezialist, Wurstmacher und Inhaber von startercultures.eu. Er hat 9 Bücher über kulinarische Themen wie Fermentation, Alkoholherstellung, Wurst- und Charcuterieherstellung und Frittieren geschrieben. Seit Jahren gibt er Workshops und Kurse für Hobbyköche, Köche und Lebensmittelprofis zu diesen Themen.
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